Wie sich die Waldluft positiv auf unsere Gesundheit auswirkt.

Das Privileg den Wald betreten zu dürfen ist eins was in Deutschland durch das Bundeswaldgesetz gesichert ist. Davon sollten wir deutlich mehr Gebrauch machen, denn im Gegensatz zu Superfoodsmoothies oder Fitnesstudiobesuche ist der Waldaufenthalt kostenfrei und das einzige was man für die die gesunde Wirkung tun muss ist atmen.

Wieso muss es denn unbedingt ein Wald sein?Ein Park tut es doch auch, da stehen schließlich auch viele Bäume herum? Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Es ist das besondere Klima im Wald, was nicht reproduziert werden kann durch eine künstlich angelegte Freizeitanlage.


Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten listet in ihrer Publikation "Doktor Wald - Walderleben Bewegt" eine Reihe von Eigenschaften auf, welche das besondere Klima des Waldes beschreiben. Beispielsweise die Dämpfung von Extreme:

• Angenehmes Licht

• Schutz vor Niederschlag

• Reduzierte Windgeschwindigkeit

• Lärmschutz

• Angenehme Temperatur im Sommer

• Verringerte Luftbelastung


Diese und noch einige weitere bilden somit den gesundheitsfördernden Rahmen, welche durch das sinnliche Erleben des Waldes ergänzt werden.


Wie genau wirkt sich das auf die Gesundheit aus?In einer japanischen Studie wurden Testpersonen in verschiedenen Szenarien (Stadt/Wald) bei Spaziergängen begleitet und die physiologischen Auswirkungen dieser Szenarien wurden anschließend in verschiedenen Tests überprüft. Die Ergebnisse zeigten einen positiven Trend bei den Tests in der Waldumgebung:

• Einen verringten Cortisolspiegel

• Absenkung des Pulses und Blutdrucks

• Verbesserte Stimmung

• Allgemeine Aktivierung des Organismus

Die Erklärung der Wissenschaftler für diese Ergebnisse liegt ihrer Meinung nach in der Anthropologie. Der Mensch hat seit Beginn seiner Existenz in einer naturnahen Umgebung gelebt, seine physiologischen Funktionen sind dafür entwickelt und aus diesem Grund führt die natürliche Umgebung zu einer allgemeinen Entspannung.



Selbstschutz durch Phytonziden und Terpenen

Ein weiterer Grund für die positive Auswirkungen der Waldluft auf unsere Gesundheit liegt in der Konzentration von Phytonziden bzw. Terpene in der Luft. Phytonzide sind die in Pflanzen natürlich vorkommende Antibiotika, sie dienen der Abwehr und dem Selbstschutz. Sie bestehen aus verschiedenen chemischen Verbindungen wie zum Beispiel Terpenoiden. Terpene sind eine Untergruppe der Terpenoiden und sind für den Duft und Geschmack einer Pflanze verantwortlich und befinden sich beispielsweise im Harz eines Baumes.


Wir alle haben schon mal von der positiven Wirkung dieser sekundären Pflanzenstoffe profitiert: das befreiende Erkältungsbad im Winter, die beruhigende Lavendelkerze, ein verdauungsfördernder Pfefferminz- oder Fencheltee. Ebenso wirkt sich die Luft des Waldes positiv auf unsere Gesundheit aus. Die gute Luft wird zum einen ihrer Reinheit (sie ist bis zu 99% staubärmer als in einer Stadt) und zum anderen eben den Terpenen verdankt. Freigesetzt werden sie durch Bäume, Büsche, Moose und sogar Laub und das zu jeder Jahreszeit. Unser Körper kann diese Terpene entschlüsseln und damit unser Abwehrsystem stärken. Es ist inzwischen sogar erwiesen, dass einige Terpene eine entzündungshemmende Wirkung erzeugen und sogar Killerzellen vermehren können um uns vor Krebs zu schützen.


Mit Achtsamkeitsübungen im Wald kombinieren wir die oben genannten Vorteile eines Waldaufenthaltes: wir verbringen Zeit an der frischen Luft und schulen uns zudem unsere Sinne deutlicher wahrzunehmen um das Erlebnis im Wald zu intensivieren.


Wie so ein Waldachtsamkeitstraining ablaufen kann, könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.

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© 2020 Caroline Filger, Lenggries