Was ist Burnout und wie hilft Achtsamkeit einem Burnout vorzubeugen?

Aktualisiert: 31. Okt 2018

Das "Burnout" wirkt als wäre es eine moderne Krankheit. Es wird häufig in Verbindung gebracht mit unserer immer schneller werdenden Gesellschaft. Die Besorgnis nicht mithalten zu können, steigender Leistungsdruck, hohe Erwartungen im Beruf und Schwierigkeiten diese in Einklang zu bringen mit persönlichen Bedürfnissen. Auf der einen Seite steht die Arbeit mit allen damit verbundenen Verpflichtungen und auf der anderen Seite die Freizeit. Wir wollen unsere sozialen Kontakte pflegen, Hobbies nachgehen und natürlich auch genug Zeit mit der Familie verbringen. Das Jonglieren der Einzelposten wird zu einer Meisterleistung. Irgendwann werden jedoch die Arme, die andauernd die Bälle in der Luft halten, müde und dann passiert es: der Rhythmus wird gestört und alles purzelt zu Boden.



Müdigkeit und Erschöpfung bekommen die Überhand, es machen sich Konzentrationsstörungen bemerkbar, die Lebensfreude nimmt ab, dafür nimmt die Hoffnungslosigkeit zu. Auf die seelischen Symptome folgen körperliche wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen und der Klassiker: Rückenschmerzen.


Burnout ist keine "neue Krankheit", schon im alten Testament wird beschrieben wie Elias, müde durch Überforderung und Anstrengung sich nach dem Tod sehnt, als wäre das seine einzige Möglichkeit sich von dem Druck und seiner Last zu befreien. In der Psychotherapie gibt es eigentlich keine neuen Leidensbilder mehr. Die Symptome treten in mehr oder minder der selben Form nur in unterschiedlicher Intensität auf. Früher wurde dieses Krankheitsbild anders diagnostiziert, heute hat er den Namen Burnout. Burnout sagt sich leicht, ist salonfähig, klingt besser als die Wahrheit die den Namen Erschöpfungsdepression trägt.


Da die Gründe für ein Burnout so verschieden sein können existiert für die Behandlung eines Burnouts kein einheitliches Rezept. Liegt eine schwere Erschöpfungsdepression vor, wird häufig die Einnahmen von Antidepressiva empfohlen, begleitet von einer Psychotherapie. In anderen Fällen genügt ein intensives Coaching. Was aber in jedem Fall wichtig ist, dass ein Burnout nicht behandelt wird durch die reine Symptomlinderung. Erleichterung von Kopfschmerzen durch Tabletten oder Schlaflosigkeit durch Beruhigungsmittel sind nur oberflächliche Lösungen. Die Behandlung setzt viel tiefer an und sollte immer von einem Fachspezialisten angeordnet werden, z.B. einem Facharzt oder Therapeuten.


Obwohl das Thema medial viel Aufmerksamkeit bekommen hat und das Wort Burnout bei manchen Augenverdrehen auslöst, hat es zumindest dafür gesorgt, dass es enttabuisiert wurde und wir mehr über die Gesundheitsvorsorge sprechen können. Wir können uns offener die Frage stellen: was tun, damit es gar nicht erst so weit kommt?


Achtsamkeit für Burnoutprävention


Achtsamkeit alleine ist nicht der Schlüssel zur Gesundheit, aber es ist eine Komponente die im Zusammenspiel mit anderen Methoden helfen kann einen Burnout zu verhindern. Allen voran gehört zur Erhaltung oder Wiederherstellung einer guten Gesundheit eine gesunde Lebensweise. Das heißt: wer gesund sein oder bleiben möchte, muss auch aktiv und kontinuierlich etwas dafür tun. Vergleichbar mit einer Diät, was nur eine kurzfristige Lösung darstellt: Wer etwas dauerhaft verändern möchte muss seine Gewohnheiten umstellen.

Es sind keine unbekannten Empfehlungen, zur Gesundheitsvorsorge gehören ausreichend

Schlaf, Bewegung und gesunde Ernährung. Manchmal haben wir allerdings Schwierigkeiten diese Dinge auch umzusetzen. Für den nötigen Tritt sind angeleitete Kurse und Workshops hilfreich. Sie können die richtige Unterstützung bieten um unseren Lebensstil dauerhaft positiv zu verändern.


Achtsamkeitsübungen sind eine Möglichkeit unsere Wahrnehmung zu schulen um unsere innere Stimme deutlicher wahrzunehmen. Es ist diese Stimme, die Bedürfnisse ausspricht die wir gerne mal überhören. Ein achtsamer Lebensstil bedeutet nicht, dass wir ständig Meditationspausen einlegen und uns so aus dem Alltag ausklinken. Mit Achtsamkeit schulen wir uns darin uns auf das "hier und jetzt" einzulassen und den aktuellen Moment bewusst wahrzunehmen, um nicht im Fluss des Alltags unterzugehen und um dem Trubel in unserem Kopf eine Pause zu gönnen. Mit Achtsamkeit schulen wir die Fähigkeit unseren Körper besser wahrzunehmen, Signale zu erkennen, negative Gedankenspiralen und Automatismen zu unterbrechen. Wir können auch achtsam Kartoffeln schälen oder Staubsaugen, Exceltabellen aufsetzen oder Unterlagen kopieren, völlig egal. Hauptsache wir sind im "hier und jetzt" und ärgern uns nicht noch über den Kollegen der uns im Meeting gestern das Wort abgeschnitten hat.


Waldachtsamkeitsworkshops öffnen eine Tür zu einer achtsameren Lebensweise. Die Waldachtsamkeit ist ein wunderbares Kombimittel welches Achtsamkeitsübungen mit Bewegung an der frischen Luft vereint. Diese Kurse helfen uns bewusst zu machen, was uns wirklich wichtig ist. Viele Personen die zum ersten mal an einem Waldachtsamkeitsworkshop teilnehmen berichten danach, dass sie endlich mal wieder "sich selber gespürt haben". Wenn wir es schaffen dieses Gefühl durch regelmäßiges Trainieren aufrechtzuerhalten, werden weitere Schritte in Richtung des Ziels der gesunden Lebensweise deutlich leichter von der Hand gehen.


Im nächsten Artikel könnt ihr mehr über die positive Wirkungen des Waldes auf unsere Gesundheit erfahren.



Randbemerkung: Ich habe in diesem Beitrag häufig Worte wie "können" und "möglicherweise" verwendet, denn die Antriebskraft muss immer von der Einzelperson selber kommen. Keine Methode funktioniert, wenn der Anwender nicht völlig dahinter steht und mit Konsequenz daran arbeitet sie auch umzusetzen.

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© 2018 Caroline Filger, Bad Tölz